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23. September 2026

Diakonie RWL: Pflegereform darf nicht zur Sparreform werden – neue Kampagne zeigt konkrete Auswirkungen für Betroffene

Düsseldorf, 22. September 2026. Das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe – Diakonie RWL appelliert an die Bundesregierung und die sie tragende Koalition von CDU/CSU und SPD im Deutschen Bundestag, das angekündigte Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) grundlegend nachzubessern.

Aktuell sind in Deutschland rund 5,7 Millionen Menschen auf Pflege angewiesen. Mehr als 1,6 Millionen erwerbstätige Pflegekräfte und ein Vielfaches mehr an pflegenden Angehörigen setzen sich tagtäglich für diese pflegebedürftigen Menschen ein. Allen gemein ist, dass sie mit großer Sorge in die Zukunft und auf das geplante PNOG schauen.

„Die Pflege braucht endlich eine nachhaltige Strukturreform statt kurzfristiger Sparmaßnahmen“, erklärt Kirsten Schwenke, Vorständin der Diakonie RWL. Zwar sei die finanzielle Stabilisierung der Sozialen Pflegeversicherung notwendig, sie dürfe jedoch nicht zulasten von pflegebedürftigen Menschen, Angehörigen und Pflegeeinrichtungen erfolgen. „Die Diakonie RWL sieht insbesondere die Gefahr, dass vermeintliche Sparmaßnahmen lediglich Kosten verlagern und langfristig sogar höhere Ausgaben verursachen könnten. Dringend notwendig sind aus unserer Sicht verlässliche Rahmenbedingungen für die pflegerische Versorgung, eine vollständige Refinanzierung der tatsächlichen Kosten, weniger Bürokratie sowie eine deutliche Stärkung pflegender Angehöriger.“

Pflege braucht Zukunft. Unsere Stimmen „mitten aus dem Leben“ zum PNOG
Um auf die Auswirkungen der geplanten Reform aufmerksam zu machen, hat die Diakonie RWL gemeinsam mit pflegebedürftigen Menschen, pflegenden Angehörigen, Mitarbeitenden aus der Pflege und Geschäftsführungen von Trägereinrichtungen in ihrem Verbandsgebiet in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland eine Kampagne gestartet. Unter dem Titel „Das passiert, wenn das PNOG wirklich so kommt…“ schildern Betroffene und Verantwortliche in kurzen Statements ihre Erwartungen an eine zukunftsfähige Pflegepolitik und ihre Forderungen an die Bundesregierung.

Zur Kampagnenseite geht es hier: www.diakonie-rwl.de/pnog
Dort können Sie die Statements nachlesen oder die Stimmen im Originalton in Videosequenzen anschauen und nachhören.

Kirsten Schwenke: „Pflege ist kein Kostenfaktor, sondern ein elementarer Bestandteil unserer sozialen Infrastruktur. Wer die Pflege reformieren will, muss die Menschen einbeziehen: Jene, die tagtäglich Verantwortung übernehmen, und jene, die auf Unterstützung angewiesen sind.“ Mehr direkt mit den betroffenen Personen sprechen, statt nur über sie – diesen Ansatz verfolgt die Kampagne der Diakonie RWL.

„Unsere Aktion verdeutlicht klar: Pflege braucht finanzielle Stabilität, aber ebenso Verlässlichkeit, Planungssicherheit und eine Reform, die die Versorgung der Menschen nachhaltig verbessert“, so Kirsten Schwenke abschließend.

Text: Diakonie RWL
Foto: © Wöllner-Stift / Kreuznacher Diakonie / Diakonie Stiftung Salem / Diakonie RWL

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