Anlässlich des Gedenktages für verstorbene Drogengebrauchende am 21. Juli machen die Sucht- und Drogenberatungsstellen der Diakonie WesT in Lengerich und Gronau auf die Risiken des Konsums synthetischer Drogen aufmerksam. Gleichzeitig möchten sie Betroffene, Angehörige und Interessierte ermutigen, frühzeitig Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
„Wir beobachten gerade unter jungen Menschen einen Trend, sich mit großer Neugier und oft eher unüberlegt durch das vielfältige Angebot an Drogen zu probieren“, berichtet Hilkka Pasman, Leitung der Drogenberatungsstelle in Gronau. „Viele Substanzen werden in illegalen Laboren hergestellt – niemand kann sicher sagen, was tatsächlich darin steckt. Gleichzeitig war es noch nie so einfach, Liquids für die Vape oder Pillen für die nächste Party über das Internet zu beziehen“, ergänzt Ulla Voß-Joubert, Leiterin der Beratungsstelle in Lengerich.
Die Folgen können gravierend sein. Der Gedenktag erinnert jedes Jahr daran, dass hinter jeder Statistik Menschen stehen, die ihr Leben durch Drogen verloren haben, sowie Angehörige und Freundeskreise, die mit diesem Verlust leben müssen. Besonders erschütternd war die Entwicklung im Nordkreis des Kreises Borken: Im Jahr 2024 starben dort drei junge Menschen unter 25 Jahren infolge ihres Drogenkonsums.
„Niemand muss mit seinen Fragen oder Sorgen allein bleiben“, betonen Ulla Voß-Joubert und Hilkka Pasman. „Wir möchten Menschen ermutigen, sich frühzeitig Unterstützung zu holen – unabhängig davon, ob sie selbst Probleme im Zusammenhang mit Sucht haben oder sich Sorgen um einen nahestehenden Menschen machen. Unsere Beratung ist kostenlos, vertraulich und offen für alle.“
Neben der individuellen Beratung gehört auch die Suchtprävention zu den Angeboten der Beratungsstelle in Lengerich: Mit Informations- und Präventionsangeboten unterstützt das Team der Beratungsstelle in Lengerich Schulen, Vereine, Einrichtungen der Jugendhilfe sowie Betriebe dabei, junge Menschen und Erwachsene frühzeitig für die Risiken von Sucht zu sensibilisieren.
Speziell für junge Menschen bieten die Beratungsstellen das Präventionsprogramm FreD (Frühintervention für erstauffällige Drogenkonsumierende) sowie Break U25 (ausschließlich in Gronau) an. Beide Angebote richten sich an junge Menschen, die ihren Konsum reflektieren, Orientierung gewinnen und frühzeitig Unterstützung erhalten möchten – niedrigschwellig, vertraulich und ohne Vorurteile.
Aktion in Ahaus:
Anlässlich des Gedenktages informiert die Sucht- und Drogenberatungsstelle Gronau außerdem mit einem Stand auf dem Wochenmarkt in Ahaus über psychoaktive Substanzen, Abhängigkeit und Hilfsangebote. Besonders Eltern, Erziehende, Pädagoginnen und Pädagogen sowie weitere Interessierte sind eingeladen, mit den Fachkräften ins Gespräch zu kommen und sich zu informieren.
Weitere Informationen zu den Beratungs- und Präventionsangeboten der Diakonie WesT gibt es auf den Seiten der Suchtberatung in Lengerich und der Sucht- und Drogenberatung in Gronau.

